Verspannungen verstehen und lindern

Heute widmen wir uns dem wichtigen Thema der Verspannungen. Diese sind wahrscheinlich der häufigste Grund, weshalb wir uns eine Massage gönnen. Nach einem langen Tag am Schreibtisch, bei Stress oder nach langem Stehen kennt jeder das unangenehme Gefühl, wenn es zieht und schmerzt. Manchmal hilft es, sich einfach auszuruhen, aber oft sitzen die Verspannungen so tief, dass nur noch eine professionelle Massage hilft. Doch was passiert in unserem Körper, wenn wir verspannt sind? Wie können wir Verspannungen lindern? Und was bewirkt eine Massage bei Verspannungen?

 

Der gesunde Bewegungsapparat

Unser Bewegungsapparat ist ein Wunderwerk – ein perfekt abgestimmtes System aus Knochen, Muskeln, Bindegewebe, Gelenken, Sehnen und Bändern. All diese Strukturen arbeiten harmonisch und im Gleichgewicht zusammen, damit wir uns bewegen können, stabil bleiben und vor Verletzungen geschützt sind.

  • Das Skelett ist unser stabiles Gerüst, bestehend aus etwa 206 Knochen. Es schützt unsere Organe und sorgt für eine aufrechte Haltung. Knochen sind über Gelenke miteinander verbunden und bieten Anheftungspunkte für unsere Muskeln, die das Skelett in Bewegung bringen.

  • Unsere über 600 Muskeln bestehend aus Fasern, die sich zusammenziehen (kontrahieren), um Bewegungen zu erzeugen. Diese Kontraktionen werden durch elektrische Signale gesteuert, die über das Nervensystem vom Gehirn zu den Muskeln gesendet werden. Muskeln arbeiten immer im Team. Wenn du beispielsweise Hanteltraining machst und deine Hand Richtung Brust bewegst (eine Beugung im Ellbogengelenk), kontrahiert dein Bizeps, während sich dein Trizeps entspannt und dehnt. In der Gegenbewegung – wenn du die Hand von der Brust wieder wegführst (eine Streckung im Ellbogengelenk) – kontrahiert der Trizeps, während der Bizeps sich dehnt.

  • Das Bindegewebe verbindet, stützt und trennt verschiedene Gewebetypen im Körper. Besonders wichtig sind die Faszien, die unsere Muskeln und Organe umhüllen. Sie helfen bei der gleichmässigen Verteilung von Spannung im Körper und unterstützen die Kraftübertragung und Bewegungskoordination.

  • Gelenke sind die Verbindungen zwischen den Knochen, die uns Bewegungen wie Beugen, Strecken und Drehen ermöglichen. Um Reibung zu reduzieren und die Gelenke geschmeidig zu halten, sind sie von einer Gelenkkapsel umgeben, diese ist mit einer Schmierflüssigkeit gefüllt.

  • Sehnen verbinden Muskeln mit Knochen und Bänder Knochen mit Knochen. Sie geben unseren Gelenken Stabilität und unterstützen die Steuerung der Bewegung.

 

Wie Verspannungen entstehen

Wenn dieses biomechanische Gleichgewicht gestört wird, können Verspannungen entstehen. Zu den möglichen Ursachen gehören einseitige Belastungen, Stress, Bewegungsmangel oder auch falsche Körperhaltungen. Der menschliche Körper ist darauf ausgelegt, in Bewegung zu sein und eine ausgewogene Belastung der Muskeln und Gelenke zu erleben. Wenn jedoch bestimmte Muskeln über einen längeren Zeitraum stärker beansprucht werden und andere unterbelastet sind, können Ungleichgewichte entstehen.

Diese Dysbalancen lassen das Zusammenspiel der Muskeln nicht mehr harmonisch funktionieren. Überlastete Muskeln neigen dazu, sich zu verspannen und verhärten, während unterforderte Muskeln an Elastizität verlieren und schwächer werden. Das Ungleichgewicht verstärkt die Verspannungen und führt zu einer eingeschränkten Beweglichkeit und oft zu chronischen Schmerzen.

Besonders sitzende Tätigkeiten, wie sie heutzutage weit verbreitet sind, führen oft dazu, dass wir unseren Körper in unnatürliche Positionen zwingen, darin verharren und mit dem Kopf irgendwo anders sind, so dass wir Anspannung und Unwohlsein in Kauf nehmen oder nicht spüren, bis es irgendwann richtig weh tut. Zum Beispiel wird die Nacken- und Schultermuskulatur häufig angespannt, wenn wir uns zu lange über den Schreibtisch beugen oder auf einen Bildschirm schauen. Die betroffenen Muskeln müssen dauerhaft arbeiten, um den Kopf zu stabilisieren, was zu einer chronischen Anspannung führen kann.

Wenn bestimmte Muskeln im Rücken unterbeansprucht oder geschwächt sind, übernehmen oft andere Muskeln ihre Arbeit und werden dadurch überlastet. Die Muskeln im unteren Rücken z.B. sind oft schwach, so dass die tieferliegenden, stabilisierenden Muskeln oder andere Rückenpartien härter arbeiten müssen, um das Gleichgewicht zu halten. Diese Muskeln neigen dann dazu, sich zu verspannen und zu verhärten.

Auch Stress spielt eine zentrale Rolle bei der Entstehung von Verspannungen. In Stresssituationen versetzt das Nervensystem den Organismus in eine Art Alarmbereitschaft, indem es den Sympathikus (Fight & Flight) aktiviert und u.a. Stresshormone wie Adrenalin und Cortisol ausschüttet. Dies bewirkt, dass die Muskeln sich anspannen, insbesondere in Bereichen wie Kiefer, Nacken und Schultern.

Der Parasympathikus (Rest & Digest) ist der Gegenspieler vom Sympathikus und versetzt den Organismus wieder in einen entspannten Zustand. Oftmals ist dieser Wechsel aber nicht gewährleistet und wir bleiben zu lange angespannt und unter Stress, sei es aufgrund unseres Umfelds, bei der Arbeit oder z.B. durch eine Fehlfunktion des Nervensystems ausgelöst durch Traumata oder einer Angststörung.

Folgen von Verspannungen

Wenn ein Muskel angespannt bleibt kommt es zu einer eingeschränkten Durchblutung in diesem Bereich. Diese verringerte Durchblutung bedeutet, dass weniger Sauerstoff und Nährstoffe an die Muskelzellen gelangen. Gleichzeitig kann der Abtransport von Stoffwechselprodukten beeinträchtigt sein. Diese Stoffwechselprodukte, die normalerweise über das Blut abtransportiert werden, können sich in den angespannten Muskelbereichen also ansammeln.

Zum Beispiel Milchsäure (Laktat) entsteht vor allem nach intensiver Muskelarbeit, während bei chronischen Verspannungen eher Stoffe wie Kohlendioxid, Wasserstoffionen und andere normale „Abfallstoffe“ des Zellstoffwechsels eine Rolle spielen. Diese können die Nervenenden reizen und so Schmerzen verursachen. Ebenfalls kann es, durch die Anhäufung von Stoffwechselprodukten und der gestörten Versorgung, zu Reizungen der Schmerzrezeptoren im Muskelgewebe kommen. Dieser Schmerz führt zu einer weiteren Anspannung der Muskulatur, was den Blutfluss noch mehr behindert – und so entsteht der Teufelskreis aus Schmerz und Verspannung.

Dazu kommt, dass bei einer muskulären Anspannung das Nervensystem nicht mehr ordentlich funktionieren kann und Signale zur Entspannung der Muskulatur unterbrochen oder fehlerhaft übertragen werden. Der Muskel bleibt angespannt, obwohl keine aktive Anstrengung erforderlich wäre.

Bei dauerhafter Anspannung eines Muskels, verkleben zudem die Faszien, die ihn umhüllen und schränken so den Muskel und seine Beweglichkeit weiter ein.

Wie sich die Verspannungen bemerkbar machen

Verspannungen führen oft zu Schmerzen und Bewegungseinschränkungen. Wir nehmen eine unnatürliche Haltung ein um uns zu schützen vor weiteren Schmerzen oder Belastungen, was jedoch zusätzlich das biomechanische Gleichgewicht ausser Balance bringt.

Ebenfalls können Verspannungen im Kiefer-, Nacken- und Schulterbereich zu Spannungskopfschmerzen führen. Diese Art von Kopfschmerzen entsteht durch die anhaltende Anspannung der Muskeln, die Druck auf umliegende Nerven ausübt und so Schmerzen auslöst. Bei einigen Menschen können diese Verspannungen auch Migräneanfälle auslösen, indem sie das Nervensystem zusätzlich reizen.

Chronische Verspannungen beeinflussen zudem das Nervensystem, wodurch wir empfindlicher auf Stress reagieren. Schmerzen und Spannungsgefühle können auch das Ein- und Durchschlafen erschweren, was die Regeneration des Körpers während des Schlafs stört. Beides kann zu einer Abnahme unseres psychischen Wohlbefindens führen - unsere Stimmung sinkt und wir fühlen uns ausgelaugt. In einigen Fällen können langanhaltende Verspannungen und die damit verbundenen chronischen Schmerzen und Schlafstörungen auch zu depressiven Verstimmungen führen.

 

Was hilft bei Verspannungen?

Verspannungen können eine echte Herausforderung sein, aber das Gute daran ist: es gibt eine Menge, was du selbst tun kannst, um ihnen entgegenzuwirken. Es ist wichtig, sich bewusst zu werden, dass unser Lebensstil und unsere Gewohnheiten einen grossen Einfluss auf unser Wohlbefinden haben.

Um Verspannungen vorzubeugen, ist es wichtig, auf eine ausgewogene Belastung des Körpers zu achten. Regelmässige Bewegung und ein ergonomisches Umfeld können dabei helfen, Verspannungen gar nicht erst entstehen zu lassen. Dehnübungen können die Flexibilität der Muskulatur fördern und das Risiko von Verhärtungen verringern. Zudem ist es wichtig, auf die eigene Körperhaltung zu achten, achtsam und präsent durch das Leben zu gehen, dein Körper wahrzunehmen und Stressfaktoren zu reduzieren.

Ich werde hier auf einige Konzepte und Strategien eingehen, die dir dabei helfen können, Verspannungen vorzubeugen und zu lindern.

Embodiment

Embodiment heisst Verkörperlichung. Oft wird es auch in Bezug zu AI benutzt, in der Annahme, dass ein Bewusstsein eine Verkörperlichung braucht. Embodiment beschreibt die enge Wechselwirkung zwischen Körper und Psyche. Diese Theorie geht davon aus, dass unser körperliches Erleben, also wie wir uns bewegen, unsere Haltung und unsere Körperwahrnehmung, unser psychisches Erleben beeinflusst und vice versa.

Zum Beispiel können bestimmte Körperhaltungen nicht nur unsere Stimmung, sondern auch unser Selbstbild und unsere sozialen Interaktionen beeinflussen. Wenn wir uns zum Beispiel aufrecht und offen halten, kann dies Gefühle von Selbstsicherheit und innerer Stärke fördern. Umgekehrt kann eine zusammengesunkene oder verkrampfte Haltung Gefühle von Niedergeschlagenheit und Unsicherheit verstärken.

Ein Beispiel: Wenn du durch die Strassen gehst und so was denkst wie: „Oh nein, was denken die anderen von mir? Ich sehe sicher furchtbar aus heute, weil ich kaum geschlafen habe“, wirst du wahrscheinlich feststellen, dass du dich eher versteifst und unbewusst eine angespannte Haltung einnimmst. Ein passendes Sprichwort dazu lautet: “Tension comes from what you think you should be, relaxation comes from what you really are.“ Probiere es doch mal aus, das nächste Mal wenn du in einer sozialen Situation bist, wie deine Gedanken oder Emotionen deine Haltung und dein Körpergefühl beeinflussen.

Was auch sehr spannend ist: Veränderungen im Körper (wie etwa die Linderung von Verspannungen) können demnach direkt zu positiven Veränderungen in unserer Wahrnehmung und unserem Denken, Fühlen und Verhalten führen. Wenn wir mehr für unseren Körper tun, können wir unsere psychische Verfassung damit positiv beeinflussen und umgekehrt genauso.

Körperwahrnehmung und -bewusstsein

Eng verknüpft mit dem Embodiment ist die Körperwahrnehmung und das Körperbewusstsein. Unsere Körperwahrnehmung basiert auf einer Vielzahl von sensorischen Informationen, die uns dabei helfen, unseren Körper zu spüren und seinen aktuellen Zustand zu erkennen und darauf zu reagieren.

Durch eine bewusste Wahrnehmung können wir Schmerzen, Verspannungen oder Unwohlsein frühzeitig erkennen und Massnahmen ergreifen, um diese zu lindern. Das bedeutet, präsent zu sein, auf die Signale unseres Körpers zu hören und beispielsweise unsere Haltung bewusst anzupassen, wenn wir merken, dass wir uns verspannen. Bodyscan Techniken können beispielsweise die eigene Körperwahrnehmung fördern.

Haltung & Ergonomie

Wie wir im ersten Teil bereits besprochen haben, ist eine gute Haltung, wenn dein Körper biomechanisch im Gleichgewicht ist. In einer idealen Haltung stehen alle Teile – Knochen, Muskeln, Gelenke – in perfekter Balance zueinander. Nichts wird übermässig bzw. unnötig belastet.

Wenn dieses Gleichgewicht gestört ist, etwa durch eine schlechte Sitzposition oder ungünstige Bewegungsgewohnheiten, kann das zu Dysbalancen, Verspannungen, Schmerzen und langfristigen Abnutzungsserscheinungen führen, weil irgendwo zu viel Druck und Last vorhanden ist.

Ergonomie bedeutet nichts anderes, als deine Umgebung so anzupassen, dass du solche Dysbalancen vermeidest. Deine Umgebung sollte dich dabei unterstützen, eine gesunde Haltung einzunehmen und Verspannungen zu vermeiden.

Nehmen wir zum Beispiel den Arbeitsplatz. Hast du einen höhenverstellbaren Schreibtisch? Nutzt du einen Stuhl, der deinen Rücken optimal stützt? Ist dein Bildschirm so eingestellt, dass du nicht nach oben oder unten schauen musst? All das sind kleine Anpassungen, die grosse Auswirkungen haben können. Finde Wege, deinen Körper zu entlasten und achte darauf, bei welchen Tätigkeiten er sich verspannt. Wenn du oft am Handy bist, kann es z.B. helfen, ein Kissen zur Hand zu nehmen um Schultern, Arm und Handgelenk zu entlasten.

Bewegung & Sport

Kommen wir nun zu einem der wichtigsten Aspekte, wenn es um die Vorbeugung und Linderung von Verspannungen geht: Bewegung und Sport. Unser Körper ist evolutionär darauf ausgelegt, sich regelmässig und vielfältig zu bewegen. Bewegung ist nicht nur ein Ausgleich zu den statischen Haltungen, die wir im Alltag oft einnehmen, sondern auch der Schlüssel, um unseren Körper und Geist gesund zu halten.

Sie fördert die Durchblutung, unsere Muskeln bleiben elastisch, unsere Gelenke flexibel und unser gesamter Bewegungsapparat geschmeidig. Ausserdem werden Botenstoffe ausgeschüttet, die stimmungsaufhellend wirken und unsere mentale Balance und Resilienz wird gefördert. Während wir uns bewegen und Sport treiben, stimulieren wir unsere sensorischen Rezeptoren, was unsere Körperwahrnehmung verbessert und das Bewusstsein für unseren Körper schärft.

Wie bereits erwähnt, entstehen Verspannungen oft, wenn wir zu lange in einer Position verharren, sei es im Sitzen oder Stehen. Die Muskeln, die in dieser Position aktiv sind, werden dauerhaft beansprucht, während andere, weniger geforderte Muskelgruppen kaum aktiviert werden. Dies führt zu muskulären Dysbalancen und asymmetrischen Belastungen.

Ein Beispiel: Sitzen
Langes Sitzen ist eine der häufigsten Ursachen für Verspannungen und muskulären Dysbalancen. Beim Sitzen sind die Hüftbeuger, wie der Musculus iliopsoas, dauerhaft verkürzt, da die Beine im rechten Winkel zum Körper stehen. Gleichzeitig sind die Muskeln im unteren Rücken und den Oberschenkeln oft überfordert, um die Stabilität zu gewährleisten. Die Rückenstrecker und der Gesässmuskel (Musculus gluteus maximus) werden durch das ständige Sitzen unterfordert und verlieren an Kraft und Elastizität.

Darüber hinaus werden die Brustmuskeln, vor allem der Musculus pectoralis major, durch die nach vorn geneigte Haltung im Sitzen verkürzt. Gleichzeitig sind die Muskeln im oberen Rücken, insbesonders der Trapezmuskel und die Rhomboiden, überdehnt und sie verlieren an Spannung. Dies führt zu einer muskulären Dysbalance, die den Nacken- und Schulterbereich belastet und häufig zu Verspannungen und Schmerzen führt.

Regelmässiges Training sorgt dafür, dass diese verkürzten und überlasteten Muskeln wieder gedehnt und entlastet werden, während die unterforderten Muskeln gestärkt werden. Kräftigungs- und Dehnübungen können also gezielt dabei helfen, diese Dysbalancen auszugleichen.

Yoga oder Pilates können besonders hilfreich sein, da sie vielseitige Übungen für alle Muskelgruppen, die oft unter- oder überfordert sind oder tiefer liegen, bereit stellen. Zusätzlich fördern sie Flexibilität, Stabilität und die Körperwahrnehmung und beinhalten entspannende Sequenzen zur Beruhigung des Nervensystems.

Ein weiterer Effekt von Bewegung ist die Stärkung der Faszien. Wie bereits erwähnt, können diese bei fehlender Bewegung verkleben und verhärten, was zu Einschränkungen in der Beweglichkeit und zu zusätzlichen Verspannungen führt. Regelmässige Bewegung hält die Faszien geschmeidig und elastisch, sodass sie ihre Funktion als stabilisierendes Netzwerk optimal erfüllen können.

Entspannung & Selbstregulation

Entspannungsphasen sind essenziell für die Regeneration von Körper und Psyche. Sie ermöglichen es dem Organismus, vom «Fight or Flight» Modus in den «Rest and Digest» Zustand überzugehen. In diesem Zustand beruhigt sich das Nervensystem, die Durchblutung wird verbessert, und Anspannungen auf physischer wie auch psychischer Ebene können sich lösen. Regelmässige Entspannung ist daher nicht nur eine angenehme Pause, sondern eine Notwendigkeit, um langfristig gesund und ausgeglichen zu bleiben.

Ebenso wichtig wie Entspannung ist die Selbstregulation. Selbstregulation bedeutet, die eigenen Gedanken, sein Verhalten sowie emotionale und körperliche Reaktionen bewusst zu erleben und gegebenfalls zu steuern auf gesunde Weise. Dies umfasst nicht nur das Erkennen von Stressoren und das rechtzeitige Innehalten oder ganz Zurückziehen in stressigen Momenten, sondern auch eine tiefere Reflexion der eigenen Bedürfnisse, Triggers und Bewertungen.

Selbstregulation bedeutet, sich besser kennenzulernen: Was stresst mich? Was tut mir gut? Welche Situationen oder Verhaltensweisen führen zu Anspannung? Was kann ich kontrollieren? Durch diese Selbstreflexion wird es möglich, proaktiv zu handeln und Anspannungen vorzubeugen, bevor sie sich manifestieren.

Ernährung

Die Ernährung spielt ebenfalls eine entscheidende Rolle bei der Vorbeugung und Linderung von Verspannungen. Eine ausgewogene Ernährung kann die Muskelgesundheit unterstützen und dazu beitragen, dass der Körper weniger anfällig für Muskelschmerzen ist. Bestimmte Nährstoffe, wie Magnesium, sind besonders wichtig, da sie zur Muskelentspannung beitragen und Krämpfen vorbeugen. Magnesiumreiche Lebensmittel wie grünes Blattgemüse, Nüsse und Vollkornprodukte sollten regelmässig in den Speiseplan integriert werden.

Omega 3 Fettsäuren, die in Lebensmitteln wie Fisch, Chiasamen und Walnüssen enthalten sind, haben entzündungshemmende Eigenschaften und können helfen, Muskelentzündungen und -schmerzen zu lindern. Sie verbessern die Flexibilität der Zellmembranen, wodurch Nährstoffe besser in die Zellen gelangen und Abfallstoffe leichter abtransportiert werden können. Ausserdem unterstützen sie den Heilungsprozess und die Regeneration der Muskulatur. Neben den Vorteilen für die Muskulatur fördern Omega 3 Fettsäuren auch das Herz, indem sie den Cholesterinspiegel regulieren, den Blutdruck senken und Entzündungen in den Blutgefässen reduzieren. Zusätzlich unterstützen Omega 3 Fettsäuren kognitive Funktionen wie Gedächtnis, Konzentration und die allgemeine mentale Leistungsfähigkeit.

Darüber hinaus spielen Antioxidantien eine wichtige Rolle beim Schutz vor Verspannungen. Antioxidantien sind Verbindungen, die unsere Zellen vor Schäden durch sogenannte freie Radikale schützen. Diese entstehen bei Stoffwechselvorgängen im Körper und können bei erhöhter Belastung oder Stress den Zellen schaden. Zu den Antioxidantien gehören z.B. Vitamin C, Vitamin A, Vitamin E, Betacarotin (eine Vorstufe von Vitamin A) sowie Selen und Zink. Sie wirken, indem sie diese freien Sauerstoffradikale neutralisieren und so oxidative Prozesse im Körper verhindern. Dadurch tragen sie nicht nur zum Schutz der Zellen bei, sondern unterstützen auch die Heilung und Regeneration des Gewebes und können helfen, Muskelschäden vorzubeugen. 

Wie Massagen helfen, Verspannungen zu lösen

Massagen sind eine der effektivsten und angenehmsten Methoden, um Verspannungen zu lösen und den Körper in einen Zustand tiefer Entspannung zu versetzen.

Mithilfe gezielten Drucks und Bewegungen wird die Durchblutung im Gewebe angeregt, die Muskeln entspannen sich, verhärtete Stellen werden gedehnt, gelockert und Knoten können sich lösen. Dadurch können Abfallstoffe wieder besser abtransportiert und die Versorgung mit Sauerstoff und Nährstoffen verbessert werden.

Darüber hinaus ist eine Massage auch für das Nervensystem eine Wohltat. Durch sanfte Berührungen und rhythmische Bewegungen wird der Parasympathikus (Rest & Digest) – der Teil deines Nervensystems, der für Entspannung und Regeneration verantwortlich ist – aktiviert und der Sympathikus (Fight & Flight) – der für Stress und Anspannung verantwortlich ist – reduziert. Dies führt nicht nur zu einer körperlichen, sondern auch zu einer mentalen Entspannung, die sich positiv auf deinen Bewegungsapparat auswirkt.

Mein Programm gegen Verspannungen

Während der Behandlung konzentriere ich mich darauf, die verspannten Muskeln und das umliegende Gewebe gezielt zu bearbeiten. Zu Beginn wird das Gewebe sanft aufgewärmt, was nicht nur die Durchblutung fördert, sondern auch hilft, die Psyche zu beruhigen. Dann beginne ich, verhärtete Strukturen aufzuspüren und arbeite mit einer Kombination aus Streichungen, Knetungen, sanften Dehnungen und tiefer Gewebsarbeit. Dadurch kann sich das Gewebe lockern und bekommt den Raum, den es braucht – auch zwischen den Gewebeschichten. Verhärtungen lösen sich und das Bindegewebe wird langsam von Verklebungen befreit.

Ob du einfach eine entspannende Massage geniessen möchtest oder bereit bist, therapeutisch tiefer zu arbeiten, liegt ganz bei dir. Denn manchmal kann eine Massage auch Schmerzen verursachen – den 'guten' Schmerz, der entsteht, wenn sich etwas lösen darf. Mein Ziel ist es, die richtige Balance zu finden und nicht nur oberflächlich zu arbeiten, sondern langfristige Gesundheit zu fördern.

Verspannungen durch mentale Zustände

Wie wir bereits besprochen haben, sind Verspannungen oft nicht nur ein körperliches Problem. Stress, emotionale Belastungen, Traumata – all das kann sich in unserem Körper manifestieren und zu Anspannungen führen. Diese Anspannungen lassen unsere Muskeln steif und verspannt werden.

Deshalb verfolge ich in meiner Praxis einen kombinierten Ansatz: Während ich mechanisch an den verspannten Muskeln arbeite, unterstütze ich gleichzeitig die Beruhigung der Psyche und Sinne. So helfe ich dir, in einen tief regenerativen Zustand zu gelangen, in dem du selbst Anspannungen lösen und deinen gesamten Organismus reparieren kannst (Rest & Digest). Mit einer Atmosphäre der Ruhe und sanften Techniken wird dein Nervensystem beruhigt und die natürliche Regeneration deines Körpers aktiviert. Du wirst du dich nachher erholt und mehr bei dir fühlen.

Ganzheitlicher Ansatz zur Ursachenbekämpfung

Um Verspannungen zu behandeln, reicht es nicht aus, nur die Symptome kurzfristig zu lindern. Es ist genauso wichtig, die tieferliegenden Ursachen zu erkennen und anzugehen. In meinen Body & Mind Sessions setzen wir genau hier an. Wir schauen gemeinsam, welche Faktoren zu deinen Verspannungen führen, sei es Stress, emotionale Belastungen, deine Körperwahrnehmung, Atmung oder Körperhaltung. In diesen Sessions lernst du durch gezielte Übungen, Aufgaben und Beobachtungen, wie du Verspannungen nicht nur lindern, sondern auch langfristig vorbeugen kannst.

Zeit, sich etwas Gutes zu tun

Verspannungen können uns das Leben ganz schön schwer machen – aber zum Glück gibt es Wege, ihnen entgegenzuwirken. Ob du nach einem langen Arbeitstag einfach mal abschalten willst oder gezielt an hartnäckigen Verspannungen arbeiten möchtest: ich freue mich dich in meiner Praxis zu begrüssen.

Denk’ daran, dir regelmässig Zeit für dich selbst zu nehmen. Dein Körper und deine Psyche werden es dir danken!

Und wie schon Hippokrates sagte: «Der Weg zur Gesundheit führt über ein tägliches Bad und eine wohltuende Massage.» 🌟😉🌟

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Manualtherapie Studienzirkel in Zürich

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Die vielseitigen Wirkungen einer Massage auf Körper und Psyche